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Jahrespressekonferenz Bergwacht Bayerwald 13.05.2019

Mehr Tourismus – mehr Bergrettungseinsätze.
Einsatzzahlen der Bergwachten im Bayerischen Wald steigen weiter an


Die Einsatzzahlen der Bergwacht haben im Jahr 2018 erneut einen Höchststand erreicht – 891 Bergrettungseinsätze wurden im Bereich der Bergwacht Region Bayerwald (Niederbayern / Oberpfalz) im vergangenen Jahr abgewickelt. Im Rahmen der Jahrespressekonferenz am 13.05.2019 im Arberseehaus empfing die Bergwacht zahlreiche Gäste aus der Politik, Vertreter der anderen Rettungsorganisationen und einige Partner, wie beispielsweise die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, den Tourismusverband Ostbayern und die Seilbahnbetreiber vom Großen Arber und der Geißkopfbahn. Von der benachbarten tschechischen Bergrettung waren der Landesleiter Pavel Antl und der Ausbildungsleiter für den Bereich Sumava, Martin Kocum, gekommen.


Eine besondere Ehre für die Bergwacht war es, dass sich auch in diesem Jahr der Vorsitzende des BRK Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz Herr Staatsminister Bernd Sibler wieder Zeit genommen hat, sich über die Arbeit der Bergwacht zu informieren und ein Grußwort auf der Veranstaltung zu sprechen. Von Seiten der Bergwacht Bayern waren Thomas Lobensteiner, der stv. Landesvorsitzende, und Klaus Schädler, der neue Landesgeschäftsführer, zu Gast im Bayerischen Wald.


Der Regionalleiter der Bergwacht Bayerwald, Robert Heilig, stellte in seinem Jahresbericht einige Punkte heraus und reflektierte das vergangene Jahr hinsichtlich verschiedener Themen. Neben einer kurzen Vorstellung der Aufbaustruktur der Organisation ging Heilig auch auf die vielschichtigen und anspruchsvollen Tätigkeiten der Bergwacht ein. Im Zusammenhang mit den verschiedenen Aufgabenfeldern wie beispielsweise der Bergrettung Sommer/Winter, der Luftrettung und dem Bereich Notfallmedizin ging der Regionalleiter auf die anspruchsvolle und zeitaufwendige Ausbildung bei der Bergwacht ein – hier bedankte er sich besonders bei den Bereitschaftsleitern und Ausbildungsleitern der örtlichen Bergwachten. Die Ausbildung bei der Bergwacht ist das Zugpferd der Nachwuchsgewinnung - wer seinen Anwärtern eine fundierte und professionelle Ausbildung zukommen lässt, hat auch in Zukunft keine Probleme mit dem Nachwuchs. Neben den Einsatzzahlen beeindrucken auch die Anwärterzahlen im Jahr 2018 wieder enorm – allein die Zahlen der beiden Eingangstests Sommer / Winter, die den Anfang der Ausbildung bei der Bergwacht kennzeichnen, lagen im letzten Jahr bei 67 bzw. 57 Teilnehmern. Bedankt hat sich der Regionalleiter neben den 8 Ressortverantwortlichen auf Regionalebene auch bei seinen Stellvertretern Jürgen Bummer und Walter Winter, die die Tätigkeit in der Regionalleitung ebenfalls ehrenamtlich ausüben und viel Zeit dafür opfern.


Wie bereits erwähnt, wurden im vergangenen Jahr 891 Bergrettungseinsätze ehrenamtlich abgewickelt – etwa 10% dieser Einsätze wurden in Zusammenarbeit mit den Partnern der Luftrettung (ADAC Luftrettung, DRF, Bayerische Landespolizei, ÖAMTC, etc.) durchgeführt. Der Anstieg der Einsatzzahlen, so Heilig, hat damit zu tun, dass der Tourismus in der Region boomt – neben den einsatzträchtigen Hot-Spots Großer Arber und Geißkopf sind auch im Rest des Bayerischen Waldes immer mehr Gäste unterwegs. 

Nur rund 57 %der Einsätze entfallen auf die Wintersaison - davon 36 % auf Alpinskifahren, 8 % auf Snowboarden, 6 % auf Sonstige, 4 % auf Rodeln und 3 % auf Skilanglauf. Die Restlichen 4 3 % der Einsätze wurden in den Sommermonaten abgewickelt – hier entfielen 17% auf Wandern, 20% auf Mountainbiken und 6% auf Sonstige (Sucheinsätze, Forstunfälle, etc.). Neben den originären Einsätzen im Bereich der sportlichen Freizeitgestaltung ist die Bergwacht auch immer mehr auf dem Gebiet der Umwelteinsätze tätig – die klimatischen Veränderungen lassen die Bergwacht hellhörig werden und die Szenarien der letzten Jahre (Bergwaldbrände, Hochwasserlagen, etc.) zeigen, auf welche potentiellen Einsatzszenarien man sich unter Umständen einstellen muss. An den oben genannten 891 Einsätzen waren insgesamt 454 verschiedene Einsatzkräfte beteiligt – gerade diese Zahl der einsatzbeteiligten Bergretterinnen und Bergretter zeigt eindrucksvoll, dass die Bergwachten in der Region Bayerwald eine schlagkräftige Stütze unseres komplexen Hilfeleistungssystems darstellten. Ein großer Dank ging auch an alle Partner, die uns sowohl bei Einsätzen, als auch im täglichen Betrieb unterstützen. Gegen Ende des Jahresberichtes ging Regionalleiter Heilig auf die Herausforderungen ein, mit denen sich die Bergwacht in den nächsten Jahren weiter befassen und auseinandersetzen muss. Explizit wurde hierbei auf die Themen Tourismusentwicklung, Einsatzkräfte & Ausbildung und Finanzierung eingegangen.


Der Bereich Tourismusentwicklung wird von der Bergwacht natürlich aufmerksam verfolgt – neue Projekte wie die Mountainbike-Durchquerung „Trans-Bayerwald“ sowie das veränderte Freizeitverhalten der Besucher und Einheimischen, die mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtzeit im unwegsamen Gelände des Bayerischen Waldes unterwegs sind, stellen die Bergwacht vor neue Herausforderungen. Die Bergwacht arbeitet mittlerweile gut mit dem Tourismusverband Ostbayern zusammen und würde sich über noch mehr gemeinsame Projekte und Unterstützung durch die Tourismusbranche sehr freuen. Unter dem Gesichtspunkt Einsatzkräfte sprach Heilig den hohen Spezialisierungsgrad und die Ausbildung der Einsatzkräfte an – Bergwacht-Luftretter, die als ergänzende Besatzungsmitglieder Rettungsmanöver in und am Hubschrauber durchführen, müssen ständige Übungen und Fortbildungen durchlaufen um im Einsatzfall schnell die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Die Zusammenarbeit mit den Besatzungsmitgliedern des Rettungshubschraubers Christoph 15, der seit letztem Jahr mit einer Rettungswinde ausgestattet ist, funktioniert reibungslos und professionell – allein im ersten Jahr wurden während des Probebetriebs über 35 Einsätze gemeinsam abgewickelt. Diese Rettungswinde erleichtert die Arbeit für die Bergwacht enorm und der Personalaufwand für Rettungen aus schwierigem Gelände kann deutlich reduziert werden – die Zahlen der Evaluierung des Probebetriebs durch das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) in München zeigen außerdem deutlich, dass die Patienten enorm von den schnellen Rettungszeiten profitieren. In diesem Zusammenhang dankt Heilig auch den Arbeitgebern der Bergwacht-Einsatzkräfte – ohne die Unterstützung und das Wohlwollen der Arbeitgeber wären die Einsätze wochentags schwierig zu meistern.


Zur Finanzierung wurde angesprochen, dass gerade im Bereich der Bergrettungswachen bei einigen Bereitschaften ein Investitionsstau besteht und die Möglichkeiten zur Förderung von Bauvorhaben leider begrenzt sind. Innovative Konzepte und Zusammenlegungen von verschiedenen Hilfsorganisationen unter einem Dach wären hier ein denkbarer Ansatz aus Sicht der Bergwacht. 


Im letzten Teil des Jahresrückblickes wurde auf die Ziele der Bergwacht in der Zukunft eingegangen – Nachwuchsgewinnung weiter forcieren, professionelle und überregionale Ausbildung weiter vorantreiben, an innovativen Konzepten in der Region mitarbeiten und eine Möglichkeit für eine angemessene Regionalgeschäftsstelle mit Ausbildungsmöglichkeiten suchen, sind die Ziele der Bergwacht in den nächsten Jahren. 


Mit der durchaus provokanten Frage „Bergwacht im Bayerischen Wald – braucht’s das?“ und einigen Zeitungsausschnitten von Bergrettungseinsätzen aus dem Jahr 2018 schließt Regionalleiter Heilig den Jahresrückblick ab. Im Anschluss wurden einige verdiente Kameraden geehrt – Margit Maier (BW Deggendorf) wurde die Leistungsauszeichnung der Bergwacht Bayern in Bronze verliehen. Franz Mühlbauer, dem Bereitschaftsleiter der Bergwacht Lam, wurde die Zeitauszeichnung der Bergwacht Bayern für 50 Dienstjahre verliehen. Franz Mühlbauer ist ein „Urgestein“ der Bergwacht im Bayerischen Wald – seit über 30 Jahren ist er im Winter als Skiwacht-Mann am Großen Arber tätig und kennt das Gebiet und die Verhältnisse dort wie seine Westentasche. Die Zeitauszeichnung der Bergwacht Bayern für 25 Dienstjahre ging an: Josef Hutter (BW Arnbruck), Margit Güll (BW Schönsee) und Rainer Fürlinger (BW Hauzenberg-Waldkirchen). Im Anschluss an die Ehrungen bedankte sich Regionalleiter Heilig bei allen Gästen, den Vertretern der Presse und den anwesenden Bergwacht-Kameraden und lud diese zur gemeinsamen Brotzeit und guten Gesprächen mit Blick auf den Arbersee ein.











Rückblick auf die Wintersaison 2018 / 2019
Schneereicher Winter fordert die Bergwachten in der Region Bayerwald


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bergretterinnen und Bergretter,

liebe Förderer und Gönner der Bergwacht,





die Bergwachten der Region Bayerwald blicken auf eine arbeitsreiche und spannende Wintersaison 2018 / 2019 zurück - aufgrund der guten Schneelage und der nahezu perfekten Verhältnisse in den Wintersportgebieten des Bayerischen Waldes haben unsere Bergwachten erneut eine Einsatzsteigerung um etwa 7% im Vergleich zur Saison 2017/2018 zu verzeichnen. Von 01.12.2018 bis Ende März 2019 wurden insgesamt rund 580 Bergrettungseinsätze abgewickelt. Die Einsatzzahlen sind in den letzten 3 Wintersaisonen stetig gestiegen und haben in diesem Jahr wieder einen Höchststand in der Geschichte der Bergwacht Region Bayerwald erreicht.


Ich möchte mich in diesem Zusammenhang in erster Linie recht herzlich bei unseren ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergrettern, sowie bei unseren wichtigen Bergwacht-Anwärtern bedanken - wir alle können stolz darauf sein, dass wir auch im vergangenen Winter wieder enorm dazu beigetragen haben, dass sowohl die Besucher, als auch die Einheimischen sicher und beruhigt ihren Wintersportaktivitäten nachgehen konnten.


 Ebenso möchte ich mich im Namen der Bergwacht Bayerwald bei all unseren Partner bedanken - die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre hat sich wieder einmal bewährt und 

wurde weiter ausgebaut und verfestigt. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang natürlich den Kollegen, mit denen wir gerade in der Wintersaison täglich zusammenarbeiten - hier sind neben den Kollegen der  Integrierten Leitstellen, des Landrettungsdienstes, der Polizei, der Bundeswehr und der Seilbahnbetreiber auch unsere Partner in der Luftrettung (ADAC Luftrettung, DRF und der ÖAMTC) zu nennen. 

 

Diese Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg - gerade im Bereich der Bergrettung gibt es nicht für jedes Szenario eine Musterlösung, deshalb sind  kurze Wege und Teamentscheidungen oft die richtigen und zielführenden Ansätze. Die Region Bayerwald hat sich in den letzten Jahren auf professionelle und bereitschaftsübergreifende Ausbildungen konzentriert - gerade im ehrenamtlichen Bereich der Bergrettung ist es wichtig, dass Ressourcen gemeinsam genutzt werden.

 

Aus diesem Grund werden wir auch in diesem Sommer wieder einige gemeinsame Übungen und Ausbildungen durchführen. Ausbildung und realitätsnahes Training bringt Sicherheit - sowohl für unsere eigenen Einsatzkräfte, als auch für unsere Patienten. Auch der neue Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, Klaus Schädler, hat dieses Thema im aktuellen Infobrief der Landesleitung treffend formuliert: "Patient und Retterrisiko stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Punkt." (Klaus Schädler, GF Bergwacht Bayern)

In diesem Sinne wünsche ich allen Bergretterinnen und Bergrettern, sowie allen Förderern und Gönnern der Bergwacht eine schöne und unfallfreie Sommersaison 2019 mit vielen Gipfelerfolgen.



Herzlichen Dank
Robert Heilig
Regionalleiter Bergwacht Bayerwald





Weihnachtsgrüße 2018





Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bergretterinnen und Bergretter,
liebe Förderer und Gönner der Bergwacht,




die Bergwacht Region Bayerwald blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurück -
die ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter der 20 Bereitschaften haben auch im letzten Jahr wieder über 800 Bergrettungseinsätze abgewickelt
und zusätzlich unzählige Stunden in die Ausbildung investiert.

Sowohl die Ausbildung junger engagierter Frauen und Männer für die zukünftige Tätigkeit als Aktive Einsatzkraft der Bergwacht Bayern, als auch die Fortbildung der Bergretterinnen und Bergretter nimmt viel Zeit in Anspruch - Zeit in der die Angehörigen unserer Einsatzkräfte auf ihre Liebsten verzichten müssen.


Die Anforderungen an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nehmen stetig zu und bei Bergrettungseinsätzen muss jeder Handgriff sitzen - wer diese ehrenamtliche Aufgabe erfolgreich meisten will, muss viel Zeit in eine professionelle Ausbildung investieren.

Zusätzlich zum Tagesgeschäft wurden auch in diesem Jahr wieder viele Projekte angestoßen bzw. umgesetzt. 


Insbesondere der Probebetrieb Rettungswinde am Hubschrauberstandort Christoph 15 in Straubing hat allen Beteiligten viel abverlangt -

diverse gemeinsame Ausbildungen mit der Crew des Rettungshubschraubers und eine grundlegende Anpassung der Einsatztaktik an das neue Einsatzmittel waren erforderlich. Auch diese enorme Umstellung haben die Bereitschaften der Bergwacht Region Bayerwald erfolgreich gemeistert und 32 erfolgreiche Windenrettungen wurden im ersten Jahr gemeinsam durchgeführt. 

Mittlerweile agieren die Bergwacht und die Crew des Rettungshubschraubers als gemeinsames Team und mit jedem Einsatz werden die Prozesse weiter optimiert.


Vergleicht man die Einsatzzahlen der Bergwacht mit den Übernachtungszahlen des Tourismusverbandes Ostbayern, dann wird schnell klar, warum sich die Bergwacht auch in Zukunft stark aufstellen muss - Natur- und Freizeiturlaub in Ostbayern liegt weiter im Trend und die Besucherzahlen steigen stetig.


 Als Regionalleiter der Bergwacht Bayerwald möchte ich mich bei allen bedanken, die auch im vergangenen Jahr wieder in irgendeiner Weise dazu beigetragen haben, dass die Bergrettung im ostbayerischen Raum professionell und reibungslos funktioniert - bei den Bergretterinnen und Bergrettern für ihren ehrenamtlichen Einsatz und bei den Förderern und Gönnern der Bergwacht für das entgegengebrachte Vertrauen und die wohlwollende Unterstützung.


"Vergelt's Gott dafür!"


Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019.

Auch im neuen Jahr werden wir die täglichen Herausforderungen wieder gemeinsam meistern und für eine schnelle und professionelle Rettung im unwegsamen Gelände sorgen.


Vielen Dank
Robert Heilig